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PM: Breites Bündnis begrüßt Start der IBA Berlin und fordert transparente Ausrichtung auf die Bauwende

Mit der Gründung der IBA GmbH am 27. Juli 2026 ist ein wichtiger Meilenstein für die Internationale Bauausstellung (IBA) Berlin 2034–2037 erreicht. Das Bündnis aus Fachverbänden und zivilgesellschaftlichen Organisationen begrüßt ausdrücklich, dass Berlin den Weg für eine neue IBA geebnet hat. Nun kommt es darauf an, das Projekt inhaltlich konsequent an den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auszurichten.
Veröffentlichung Steckbrief
Veröffentlicht am
August 20, 2026
Autor:innen
A4F Ortsgruppe Berlin
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Die IBA bietet die Chance, Berlin international als Modell für eine klima- und sozialgerechte Transformation des Bauens und der Stadtentwicklung zu positionieren. Das vom Senat formulierte Leitbild „Umbau, Weiterbau und gezielter Neubau“ weist dafür in die richtige Richtung. Entscheidend wird sein, diesen Anspruch nun auch mit Leben zu füllen.

Eine Internationale Bauausstellung ist weit mehr als ein Verwaltungsprojekt. Sie prägt über viele Jahre das Verständnis davon, wie wir künftig bauen, umbauen und unsere Städte weiterentwickeln. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass die personellen und inhaltlichen Weichen transparent, nachvollziehbar und mit breiter fachlicher Unterstützung gestellt werden.

Bereits im Vorfeld hatte das Bündnis ein transparentes Auswahlverfahren und eine breite fachliche Beteiligung bei der Besetzung der Führungsstrukturen angeregt. Eine Internationale Bauausstellung lebt vom Dialog unterschiedlicher Disziplinen und Perspektiven aus Architektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. 

Wir fordern daher, dass die Senatsverwaltung einen offenen Auswahlprozess unter Beteiligung dieser Akteur:innen ermöglicht. Da ein angemessenes Verfahren in der verbleibenden Zeit bis zur Abgeordnetenhauswahl im September 2026 aus unserer Sicht nicht gewährleistet werden kann, fordern wir Senator Gaebler auf, die Besetzung des Aufsichtsrats sowie der kuratorischen und inhaltlichen Geschäftsführung der IBA GmbH auf die Zeit nach der Wahl zu verschieben.

Aus Sicht des Bündnisses geht es bei der Besetzung zentraler Positionen darum, welches Verständnis diese Personen von Baukultur, Stadtentwicklung und gesellschaftlicher Transformation für die Berliner IBA national und international vertreten. Die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte verlangen einen konsequenten Fokus auf Bestand, Umbau, Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz- und -anpassung, Suffizienz und soziale Gerechtigkeit. Die IBA kann und sollte zeigen, wie eine Bauwende in der Praxis gelingt und eine Plattform hierfür sein. Die kuratorische und inhaltliche Geschäftsführung der IBA GmbH durch eine:n oder mehrere Fachpersonen sollte diese Ziele praxisnah verkörpern.

Das Bündnis wird den weiteren Aufbau der IBA konstruktiv und kritisch begleiten und seine fachliche Expertise in den Prozess einbringen.

Z I T A T E

Yasser Almaamoun, Netzwerk AfA - Aktiv für Architektur: 

“Die IBA ist eine große Chance, sog. ‘schlafende Riesen’ wie zum Beispiel das SEZ und das ICC zum Leben zu erwecken und unter Einbindung der Zivilgesellschaft neue Beteiligungsformate für die Nutzung zu entwickeln. Die Besetzung der IBA-Gesellschaft muss den Bauwendethemen und der Zukunft verpflichtet sein. Dafür braucht es ein entsprechend fachlich besetztes Auswahlgremium.”

Elisabeth Broermann, Architects for Future Berlin

„Mit der Gründung der IBA GmbH beginnt nun die eigentliche Aufgabe. Jetzt entscheidet sich, ob Berlin die Chance nutzt, eine Internationale Bauausstellung zu schaffen, die den Herausforderungen unserer Zeit gerecht wird und international Maßstäbe für die Bauwende setzt. Dafür braucht es Offenheit, Transparenz und einen kontinuierlichen Dialog mit der Fachwelt und der Stadtgesellschaft.“

Laura Fogarasi-Ludloff, Vorsitzende des BDA Berlin: 

“Die IBA muss klare Maßstäbe für baukulturelle, ökologische sowie soziale Qualität setzen und auf einem wissenschaftlich fundierten Konzept aufbauen. Es gilt, Stadtentwicklung neu zu denken: als Antwort auf Klimawandel und Ressourcenknappheit, soziale Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt, bezahlbaren Wohnraum und die Modernisierung der Infrastruktur. Dafür müssen Architektur, Freiraum, Mobilität, Biodiversität und soziale Infrastruktur gemeinsam gedacht werden.  Voraussetzung für das Gelingen der IBA ist bereits ein transparentes Auswahlverfahren für ihre Führungsstrukturen unter Einbeziehung nationaler und internationaler Fachexpertise. Berlin hat die Chance, die IBA zu einem Labor für eine zukunftsfähige Metropolregion Berlin-Brandenburg zu machen – mit hohem baukulturellem Anspruch und für eine auch künftig lebenswerte Stadt für alle.”

Lioba Lissner, Vorstandsvorsitzende bdla Berlin-Brandenburg e.V.:

"Welche Herausforderungen uns in Bezug auf die Klimaanpassung in Berlin und anderswo bevorstehen, hat dieser Sommer deutlich gemacht. Programme wie das Berliner Klimaanpassungsgesetz und die VO zur Wiederherstellung der Natur können dabei helfen, wenn sie qualifiziert umgesetzt werden. Diese Aufgabe qualifiziert anzunehmen, sozial, ökologisch und gestalterisch, ist eine wichtige Aufgabe für die kommende IBA."

Katrin Lompscher, Vorsitzende der Hermann-Henselmann-Stiftung:

Mit der IBA 34/37 verbinden wir die Erwartung, dass Berlin an seine innovativen Potentiale anknüpft, insbesondere an die gezielte Einbeziehung bürgerschaftlicher Initiativen und daraus entwickelte Prozesse kooperativer Stadtentwicklung. Es geht um Klimaresilienz und soziale Stadtentwicklung in der im Wesentlichen gebauten Stadt (und Region). IBA-Projekte sollten daher auf die Transformation obsoleter, identitätsstiftender Orte mit gesellschaftlichem Mehrwert setzen.

Dr. Martin Schwegmann, Initiative StadtNeudenken und Runder Tisch Liegenschaftspolitik: “Ein IBA Kuratorium in Berlin muss auch auf liegenschaftspolitischer Governanceebene zukunftsweisende Modelle weiterentwickeln und modellhaft umsetzen. Langfristig gesicherte Bestände sind grundlegend, um zukunftssichere Stadtentwicklung zu betreiben.  Zielgruppenspezifische Prozesse bei Vergabeverfahren, auch und besonders für gemeinwohlorientierte Akteur:innen wie Genossenschaften und Initiativen, spielen hierbei eine entscheidende Rolle.”

Vera Martinez, n-ails e.V.: 

“Eine ausgewogene Vertretung von Frauen und Männern in den Leitungsorganen - Geschäftsführung, Direktion und Aufsichtsrat - ist nicht nur Ausdruck von Chancengleichheit, sondern eine wesentliche Voraussetzung für innovative, gerechte und tragfähige Lösungen. Divers besetzte Führungsteams stärken nachweislich die Qualität komplexer Entscheidungsprozesse und tragen dazu bei, Berlin als „Stadt für Alle“ zukunftsfähig weiterzuentwickeln.”

B E T E I L I G T E   V E R B Ä N D E   U N D   I N I T I A T I V E N 

Netzwerk AfA - Aktiv für Architektur 

Architects for Future | Ortsgruppe Berlin 

BDA - Bund Deutscher Architektinnen und Architekten

bdia - Bund Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten e.V.

bdla - Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen Landesverband Berlin-Brandenburg e.V. 

Bündnis Unsere Stadt

Hermann-Henselmann-Stiftung

Initiative StadtNeudenken 

n-ails e. V. 

P R E S S E K O N T A K T E   

Architects for Future | OG Berlin 

Elisabeth Broermann

presse(a)architects4future.de   

Initiative StadtNeudenken 

Dr. Martin Schwegmann  

martin.schwegmann(a)stadtneudenken.net

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