Berlin weiterbauen statt verbrauchen: 11 Punkte für die Bauwende in Berlin
Architects for Future Berlin bringt sich mit elf Forderungen für eine sozial gerechte und klimagerechte Bau- und Stadtentwicklungspolitik in die Sondierungs- und Koalitionsgespräche nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 ein.
Berlin steht vor großen Herausforderungen: Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum, während Klimakrise, zunehmende Hitze, Flächenknappheit und Ressourcenverbrauch entschlossenes Handeln erfordern. Diese Aufgaben dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die vorhandene Stadt ist unsere wichtigste Ressource.
Mit unserem Positionspapier „11 Punkte für die Bauwende in Berlin 2026–2031“ fordern wir die demokratischen Parteien auf, die Weichen für eine wissenschaftsbasierte, sozial gerechte und ökologisch verantwortliche Bau- und Stadtentwicklungspolitik zu stellen.
Im Mittelpunkt steht ein grundlegender Perspektivwechsel: Umbau und Bestandserhalt statt Abriss und Ressourcenverbrauch. Eine Berliner Umbauordnung soll Nutzungsänderungen, Aufstockungen und das Weiterbauen im Bestand erleichtern. Gleichzeitig braucht es wirksame Maßnahmen gegen Wohnungsleerstand und Zweckentfremdung, eine gemeinwohlorientierte Bodenpolitik und die dauerhafte Sicherung bezahlbaren Wohnraums.
Auch Klimaanpassung und Lebensqualität müssen stärker in den Mittelpunkt rücken: durch den Schutz und die Vernetzung blau-grüner Infrastruktur, mehr Entsiegelung, klimaangepasste Straßenräume und wirksamen, vorrangig passiven Hitzeschutz in bestehenden Gebäuden. Öffentliche Bildungsbauten müssen erhalten und zukunftsfähig saniert werden.
Die geplante Internationale Bauausstellung Berlin 2034–2037 bietet die Chance, die Bauwende an konkreten Orten sichtbar zu machen. Projekte wie das SEZ, der Hafenplatz und das Umfeld des Tempelhofer Feldes können zeigen, wie Bestandserhalt, soziale Teilhabe, Freiraumschutz und gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung zusammenwirken. Dafür braucht es transparente Verfahren und eine breite Beteiligung von Fachwelt und Zivilgesellschaft.
Architects for Future Berlin hat das Positionspapier an politische Ansprechpartner übermittelt und bietet an, die Forderungen gemeinsam mit Politik und Verwaltung in konkrete Maßnahmen für die kommende Legislaturperiode zu übersetzen.
Unsere Forderung: Berlin weiterbauen statt verbrauchen – für bezahlbaren Wohnraum, eine klimagerechte Stadt und den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen.
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