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A4F-PM Statement Wohnbaugipfel

Bundesbauministerin Geywitz mit 14-Punkte-Plan des Wohnbaugipfels im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen aus BBSR-Studie im Auftrag ihres eigenen Ministeriums
A4F Veröffentlichung

A4F kritisiert den 14-Punkte-Plan der Bundesregierung zum Wohnbaugipfel, sowie das Bestreben der Bundesbauministerin Klara Geywitz, die EU-Vorgaben für energieeffiziente Gebäude kippen zu wollen.

Vor Jahren noch in der Vorreiterrolle, wird Deutschland nun zum blockierenden Schlusslicht der EU im Bezug auf die Bau- und Wärmewende. Beide sind wesentlicher Baustein, um die gesetzlich vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen und planetare Grenzen zu wahren, sowie Steuerzahler:innen nicht für unterlassene Schutzmaßnahmen bezahlen zu lassen. 

Das Öko-Institut hat bereits 2021 berechnet, dass Deutschland voraussichtlich Strafzahlungen von ca. 90 Milliarden EUR erwartet, wenn die gesetzlich vereinbarten Klimaschutzziele nicht gehalten werden und nicht effektiver an der Reduktion der Treibhausgasemissionen gearbeitet wird. Vor allem der Gebäudesektor steht hier im Fokus. Er erreicht wiederholt die gesteckten Sektorenziele nicht und ist gleichzeitig für ca. 40% der CO2-Emissionen und mehr als die Hälfte des Müllaufkommens in Deutschland verantwortlich. 

Wir können nicht so weiterbauen, als gäbe es kein Morgen. 

Der am Montag beim Wohnbaugipfel veröffentlichte 14-Punkte-Plan verschließt sich dieser Tatsache und führt im Gegensatz dazu, dass Deutschland noch weitere Emissionen -  von den bereits prognostizierten ohnehin schon zu hohen Emissionen  - verursacht. Hierdurch wird nicht nur die Zukunft der nächsten Generationen aufs Spiel gesetzt, auch die Strafzahlungen werden noch höher ausfallen, bezahlt von Steuergeldern. 

A4F bewertet den 14-Punkte-Plan als zu kurzfristig gedachten Anreiz und kritisiert den deutlich sichtbaren Lobby-Druck der Bauwirtschaft auf den Wohnbaugipfel. Das Ergebnis ist weder zeitgemäß noch zukunftsfähig. 

Eine verschleppte Bau- und Wärmewende richtet Schaden an, - sowohl beim Klima, als auch in der Wirtschaft - wenn die nötigen Strukturreformen nicht angegangen werden und Unternehmen sich nicht frühzeitig auf Herausforderungen einstellen. Die notwendigen Transformationen werden kommen. Etablierte Handlungsweisen und Geschäftsmodelle aus unserem fossilen Erbe werden langfristig nicht mehr funktionieren. Die  Wohnungs- und Bauwirtschaft sollte den Wandel nicht verschlafen. 

Der Auftrag der Bundesregierung ist es, diesen Wandel zum Wohle aller (und nicht nur derjenigen, die gerade laut sind) vorausschauend und proaktiv zu gestalten und nicht, ihn künstlich aufzuhalten, indem sie dem Lobby-Druck nachgibt und “Beruhigungsmittel” verteilt. Während sich die Vorzeichen auf post-fossil, suffizient und zirkulär ändern, setzt die Bauwirtschaft und Baupolitik auf altbekannte, aber überholte Modelle. 

Aus der vom BBSR im September 2023 veröffentlichten Studie “Unterstützung von Suffizienzansätzen im Gebäudebereich” geht klar hervor, wie es gelingen kann, den erforderlichen Wohnraum zu schaffen - bei gleichzeitiger Einhaltung der Klimaziele und der planetaren Grenzen. 

Die Bauwende ist mit Neubauförderung nicht zu machen: Jeder neu hinzu gebaute Quadratmeter versiegelt Flächen, verbraucht Ressourcen, produziert Emissionen, macht uns vulnerabler in der Klimakrise, muss zusätzlich beheizt und absehbar auch gekühlt werden - und vergrößert damit absolut das Problem. 

Neubauförderung ist keine Klimaschutzmaßnahme! Die hier vorgeschlagene Förderung konterkariert Klimaschutz, Klimaanpassung sowie die Ergebnisse der o.g. wissenschaftlichen Studie, die durch das BMWSB selbst beauftragt wurde. 

Nur ca. 8% aller Gebäude in Deutschland sind Neubauten. Sie sind für die Bau- und Wärmewende nur bedingt entscheidend. Der Schlüssel zur Bau- und Wärmewende in Deutschland liegt im Bestand, in der Innenentwicklung und in der Ausschöpfung von Suffizienzpotentialen. Hierzu fehlt es im diskutierten Papier an einer kohärenten Strategie und auch an konkreten, schnell umsetzbaren Maßnahmen. 

Zitat A4F: “Der erforderliche Wohnraum kann ohne Neubau geschaffen werden - sozial, bezahlbar, klimagerecht und ressourcenschonend. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und notwendigen, konkreten Handlungsempfehlungen an die Politik stehen schwarz auf weiß in der im September diesen Jahres veröffentlichten Studie - herausgegeben vom BBSR. 
Wir fordern eine Umsetzung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse - nicht nur aus Gründen der Klimagerechtigkeit, sondern auch aus Sozial- und Generationengerechtigkeit.” 

Für einen Austausch und Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung. Eine von uns kommentierte Fassung des “14-Punkte-Plans Wohnbaugipfel” senden wir Ihnen gerne zu. Bitte greifen Sie auf unsere Expertise zurück. 

Architects for Future Deutschland e.V. 

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Veröffentlicht am
September 28, 2023
Autor:innen
Architects 4 Future e.V.
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